wB1 Spielbericht: HSV Bergtheim – TSV Haunstetten
Revanche eindrucksvoll geglückt: Jungrudel setzt Ausrufezeichen in Bergtheim
Manchmal erzählen Ergebnisse nur einen Teil der Geschichte. Das deutliche 24:33 spiegelt zwar die Kräfteverhältnisse auf dem Feld wider, verschweigt aber, wie stark die Mannschaft nach einer langen Anreise und einem zwischenzeitlichen Aufbäumen der Gastgeberinnen aufgetreten ist.
Mit vie
r Autos und insgesamt knapp 2.000 Kilometern Fahrstrecke machten sich Team, Trainer und Eltern auf den Weg nach Bergtheim. Die Strapazen waren den Mädels jedoch von Beginn an nicht anzumerken. Ganz im Gegenteil: Mit viel Tempo, hoher Konzentration und großer Entschlossenheit legte das Team los wie die Feuerwehr.
Dabei hatte das Trainerduo Anja Niebert und Carsten Ronis bereits vor dem Anpfiff den entscheidenden Schwerpunkt gesetzt: „Passt auf die Kreisläuferin auf, steht immer vor ihr.“ Diese Vorgabe sollte sich über die gesamte Partie als goldrichtig erweisen.
Der Start verlief nahezu perfekt. Vorne wurde mit Tempo gespielt, hinten konsequent gearbeitet. Immer wieder gelang es, den Ball zu gewinnen und blitzschnell umzuschalten. Bereits nach zehn Minuten stand eine verdiente 2:7-Führung auf der Anzeigetafel.
Doch Bergtheim gab sich noch nicht geschlagen. Wie bereits im Hinspiel suchten die Gastgeberinnen ihr Glück immer wieder über den Kreis. Zwar hatte die Abwehr das deutlich besser im Griff als noch bei der ersten Begegnung und fing zahlreiche Pässe heraus, dennoch kämpfte sich Bergtheim Schritt für Schritt zurück ins Spiel. Beim 8:9 war der Vorsprung plötzlich fast aufgebraucht, der Ausgleich lag spürbar in der Luft. Die Heim-Mannschaft nahm eine Auszeit und hoffte auf die Wende.
Doch genau in dieser Phase zeigte sich die große Stärke des Jungrudels.
Offenbar fanden unsere beiden Trainer die richtigen Worte, denn unmittelbar nach der Unterbrechung legte die Mannschaft einen beeindruckenden 6:0-Lauf hin. Die Abwehr arbeitete aufmerksam, fing weiterhin Anspiele an den Kreis ab und zwang den Gegner immer wieder zu Fehlern. Gleichzeitig wurde das Umschaltspiel konsequent durchgezogen. Mit viel Tempo ging es nach Ballgewinnen nach vorne, während die Mannschaft nach eigenen Angriffen ebenso entschlossen wieder in die Defensive zurückarbeitete.
So wurde aus einem knappen Spiel innerhalb weniger Minuten wieder eine klare Angelegenheit. Mit einer komfortablen 12:19-Führung ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Dort gab es vom Trainerteam dennoch keinen Grund zum Zurücklehnen: „Mehr Bewegung im Angriff und zurück im vollen Tempo.“
Die Mannschaft setzte die Vorgaben auch im zweiten Durchgang hervorragend um. Niemand ließ nach, niemand glaubte, die Partie wäre bereits entschieden. Stattdessen wurde weiter konzentriert verteidigt, aktiv ohne Ball gearbeitet und gemeinsam um jeden Ball gekämpft. Bergtheim versuchte weiterhin, über den Kreis oder die Einläufer zum Erfolg zu kommen, doch die Defensive hatte dies über weite Strecken hervorragend unter Kontrolle. Immer wieder wurden Zuspiele abgefangen und Gegenstöße eingeleitet.
Besonders beeindruckend war dabei die geschlossene Mannschaftsleistung. Keine Spielerin drängte sich in den Vordergrund. Es war das Kollektiv, das überzeugte: Laufbereitschaft, Teamgeist, Tempo und der Wille, füreinander zu arbeiten.
Im Laufe der zweiten Halbzeit konnte der Vorsprung sogar noch weiter ausgebaut werden. Spätestens mit dem Schlusspfiff stand fest, dass die Revanche für das Hinspiel eindrucksvoll gelungen war. Mit einem hochverdienten 24:33-Auswärtssieg belohnte sich das Team für eine starke Leistung und 2 Punkten.
Entsprechend zufrieden fiel das Fazit nach dem Spiel aus:
„Super gemacht, Mädels.“
Dem gibt es wenig hinzuzufügen. Nach langer Anreise, starker Defensivarbeit, hohem Tempo und großem Teamgeist setzte das Jungrudel ein deutliches Zeichen und zeigte eindrucksvoll, was in dieser Mannschaft steckt. Ein Auftritt, der Lust auf mehr macht.
Es spielten: Romina Bär (Tor), Julia Erdt, Alexnadra Sponagl, Alisa Knapp, Fiona Craney, Jasmin Xiao Lan Bergmann, Carla Flach, Sarah Braun, Riccarda Schmidl, Sonja Dumberger, Jule Hobl
Handball ist Mannschaftssport und weit mehr als Tore werfen. Deshalb verzichten wir künftig auf eine separate Torschützinnenliste. Wer sich dennoch für die Statistik interessiert, findet alle Details in den offiziellen Spielinformationen.


