Hello Again

Nach einem kurzen Ausflug nach oben ist der TSV Haunstetten zurück in der Oberliga. Zum Auftakt wartet ein schweres Los.

Vier Punkte waren es, die dem TSV Haunstetten am Ende der Saison 2025/26 fehlten. Nach dem sensationellen Aufstieg im Frühjahr 2025 waren die Handballer als klarer Außenseiter in die viertklassige Regionalliga gestartet, und hätten dennoch beinahe die Klasse gehalten. Sechs Siegen, sechs Niederlagen und ein Unentschieden sieht nun wahrlich nicht nach der Rückrundenbilanz eines Absteigers aus. Dem gegenüber standen jedoch nur mickrige zwei Punkte aus der Hinrunde, sodass das „gallische Dorf“ trotz heroischem Kampf am Ende die Segel streichen musste.

Nun heißt es „Neue Liga, Neues Glück“ bei den Rot-Weißen, die inzwischen nicht mehr Außenseiter sind, und sich stattdessen schnell in eine ganz andere Rolle einfinden müssen: die Rolle des Absteigers, des Mitfavoriten im Kampf um den Aufstieg. So wird der TSV zumindest von der Konkurrenz wahrgenommen. Trainer Christian Kofler, der bereits das dritte Jahr in Folge als Chef an der Seitenlinie fungieren wird, möchte es jedoch vermeiden, vor Saisonbeginn große Ziele auszurufen: „Das klingt vielleicht abgedroschen, aber wir schauen auch in diesem Jahr von Spiel zu Spiel. Für uns geht es zunächst darum, aus jedem Spiel so viel wie möglich mitzunehmen.“

Schließlich tritt sein Team in einer Oberliga an, die in dieser Saison mit Fug und Recht als „stärkste Oberliga aller Zeiten“ betitelt werden darf. Die Konkurrenz in der oberen Tabellenhälfte ist mit Mitabsteiger Ismaning, Lokalrivale Friedberg, und den „üblichen Verdächtigen“ wie Dietmannsried, Herrsching oder Simbach enorm. Dazu wird die Liga mit HT München II, dem ASV Dachau, dem TSV Niederraunau und der in der vergangenen Saison verlustpunktfreien SG Kempten-Kottern von vier Aufsteigern aufgemischt, die zweifellos gekommen sind, um zu bleiben. „Ich erwarte eine sehr ausgeglichene Saison, in der es für uns darauf ankommen wird, so schnell wie möglich viele Punkte zu sammeln“, sagt Christian Kofler.

Damit will der TSV gleich am Samstag loslegen, um 20 Uhr beim ESV Regensburg, der am vergangenen Wochenende bereits Aufsteiger Dachau besiegte. „Das ist natürlich nicht gerade der einfachste Gegner zum Saisonstart“, so Trainer Kofler, der sein Team dennoch gut gerüstet sieht: „Wir haben eine sehr gute Vorbereitung hinter uns. Vor allem die Mentalität in der Mannschaft ist gut. Die Jungs haben Spaß, ziehen alle an einem Strang.“

Eine große Lücke hinterlässt vor allem ein Abgang: Felix Pfänder, der es mit 17 Jahren zuletzt in die Top 5 der Regionalliga-Torschützenliste schaffte, hat den Schritt zum Zweitligisten HSC Coburg gewagt. Dafür konnte sich der TSV die Dienste eines anderen Torgaranten sichern: Quirin Großhauser kommt von Oberliga-Absteiger TSV Aichach nach Augsburg, ihm gelangen in der Vorsaison 124 Treffer. Zwar musste Großhauser verletzungsbedingt weite Teile der Vorbereitung verpassen, wird aber am Samstag einsatzbereit sein.

Vom Eichenauer SV stößt außerdem Torwart-Talent Patrick Meyer zum TSV, ebenso wie der variabel einsetzbare Tim Lippert, der bereits in der Jugend unter Christian Kofler trainierte und umgehend die Position des aktuell noch verletzten Kreisläufers Luca Kofler einnehmen kann. Der Rest des Kaders wird, wie gewohnt beim TSV, von der eigenen Jugend verstärkt. Gleich mehrere A-Jugendliche zählen zum festen oder erweiterten Kader der ersten Mannschaft, und sie sollen laut Trainer Kofler auch gleich „eine wichtige Rolle übernehmen“. Auf der Trainerbank wird er zukünftig von Serigne Mbodji unterstützt, der zuletzt noch als Spieler auf der Platte unterwegs war.

Beiden kommt es nicht ungelegen, dass der TSV erst am kommenden Wochenende in die Saison startet, während alle anderen Oberliga-Mannschaften ihren ersten Einsatz schon hinter sich gebracht haben. So hatte das Team in den letzten Wochen der Vorbereitung noch etwas mehr Zeit, sich in der neuen Konstellation einspielen. Torhüter Nico Feistle bringt es jedoch auf den Punkt: „Wir haben jetzt lange genug gewartet, jeder in der Mannschaft ist absolut heiß auf Punktspiele. Daher freuen wir uns riesig auf das Spiel in Regensburg!“

Foto: Sport in Augsburg