Endlich!

Haunstettens Handballer holen gegen Ismaning ihren ersten Heimsieg. Es soll der Startschuss für eine erfolgreiche Rückrunde sein.

Neun Monate, 39 Wochen, 273 Tage – kurzgesagt, eine halbe Ewigkeit. So lange mussten die Handballer des TSV Haunstetten auf einen Pflichtspielsieg in der Albert-Loderer-Halle warten. Nun ist der Bann endlich gebrochen. Gegen Mitaufsteiger Ismaning feiert der TSV seinen ersten Heimerfolg in der laufenden Regionalliga-Saison.

Schon im Hinspiel gegen die „Isar Devils“ war der TSV Haunstetten erfolgreich gewesen, mit einem 27:20-Sieg fuhren die Rot-Weißen damals gleich am ersten Spieltag zwei Punkte ein. Bis zum vergangenen Samstag kamen allerdings keine mehr dazu. Ganz ähnlich erging es den Ismaningern, die über die gesamte Hinrunde nur einen Zähler gegen den TSV Allach holen konnten. Im Kellerduell zum Rückrundenauftakt sollte bei beiden Teams also unbedingt ein Sieg her.

Haunstetten erwischte den besseren Start, legte direkt zu Beginn eine 4:0-Phase hin und zwang Gästetrainer Marc Thieme nach zehn Minuten zu einer frühen Auszeit. Diese zeigte Wirkung, der TSV Ismaning fing sich in der Folge wieder, glich nach einer Viertelstunde zum 6:6 aus und ging kurz vor der Pause sogar zwischenzeitlich in Führung. Nach einer torreichen ersten Halbzeit ging es aber mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Kabinen: 17:17.

Nach der Pause entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch. Ismaning ging in Führung, Haunstetten glich direkt wieder aus, dann lagen die Hausherren in Front, und die Gäste egalisierten prompt. So ging es bis zur Schlussphase hin und her, nur ein einziges Mal konnten sich die Gastgeber kurz absetzen, aber Ismaning hatte sofort wieder eine Antwort parat. Auf Haunstetter Seite überzeugte vor allem Hendrik Hartung mit seinen Würfen aus dem Rückraum, bei den Gästen war Yannick Teschner mit fünf Treffern bester Torschütze. Rund fünf Minuten vor Spielende legte sich dann nochmal ein Schalter um – zugunsten des TSV Haunstetten. Vor allem Torhüter Nico Feistle war nun ein entscheidender Faktor. Bisher war es kein Spiel für die Torhüter gewesen, doch in den letzten sieben Minuten musste Feistle nur noch einmal hinter sich greifen – und hatte so maßgeblichen Anteil am Haunstetter Erfolg. Denn seine Vorderleute netzten weiter konsequent ein, sodass der TSV in der 59. Minute auf eine Drei-Tore-Führung erhöhen konnte. Ismaning war geschlagen, und die Rot-Weißen durften sich über einen hart erarbeiteten 34:31-Heimsieg freuen.

„Wir sind natürlich sehr froh, dass es jetzt endlich geklappt hat mit dem Heimsieg“, sagte Trainer Christian Kofler nach dem Spiel. Vier Punkte trennen den TSV jetzt noch von einem Nichtabstiegsplatz, doch Kofler bleibt dahingehend eher zurückhaltend: „Unabhängig von der Tabellensituation möchten wir uns weiter verbessern. Wir haben gerade im Angriff noch einiges an Potenzial, das wir voll ausschöpfen möchten. Daran müssen wir jetzt arbeiten.“

Eine plötzlich startende Aufholjagd ist angesichts der kommenden Gegner ohnehin eher unwahrscheinlich, am kommenden Samstag (18 Uhr) ist der TSV beim Tabellenfünften HT München zu Gast, das nächste Heimspiel bestreiten die Rot-Weißen in zwei Wochen gegen die TG Landshut, die aktuell auf Platz drei rangiert. Als klarer Außenseiter möchte der TSV dennoch an die Leistung gegen Ismaning anknüpfen und vielleicht für eine kleine Überraschung sorgen. Der Start in die Rückrunde ist den Haunstettern jedenfalls schon mal gelungen.

TSV: Rothfischer, Feistle (Tor); Pfänder (8/3), Vogl, Hartung (je 5), Kofler, Paulik (je 4), Horner (3), Reinelt, Zießow (je 2), Tuffentsammer (1), Mayer, Wiedmer, Schanz, Frick

Foto: Johannes Frick