D1 Spielbericht: TSV Haunstetten – Kurpfalz Bären
Spitzenreiter ist eine Nummer zu groß
Haunstetter Handballerinnen verlieren letztes Heimspiel gegen Ketsch
Gut gefüllt war die Haunstetter Albert-Loderer-Halle beim letzten Heimspieltag einer Saison, die für die Drittligahandballerinnen des TSV beileibe nicht einfach war. Träumte man vor Saisonbeginn noch von oberen Tabellenregionen, war die Spielzeit stattdessen von Abstiegskampf geprägt, weshalb Cheftrainer Udo Mesch vor acht Wochen sogar seinen Posten räumen musste. Unter Interimstrainerin Patricia Link gelang letztendlich der Klassenerhalt – wenngleich nur mit etwas Schützenhilfe: Da Konkurrent St.Leon/Reilingen am Sonntag beim TSV Wolfschlugen verlor, ist der Verbleib in Liga drei für die Rot-Weißen inzwischen auch rechnerisch gesichert. Ganz anders verlief die Saison wiederum beim Gegner aus Ketsch. Mit fünf Punkten Vorsprung auf Rang zwei stehen die „Kurpfalz Bären“ bereits als Meister der Südstaffel fest und stellten in Haunstetten ihre erneut ihre spielerische Klasse unter Beweis.
Die von den enthusiastischen Anfeuerungsrufen des Publikums nach vorne getriebenen Haunstetterinnen hielten zu Beginn gut mit (4:4, 5. Minute), mussten aber im Lauf der ersten Hälfte nach und nach abreißen lassen. Vor allem Leonie Moormann, die Torhüterin der Gäste, erwies sich in den ersten 30 Minuten als schier unüberwindbar und entschärfte mehrere freie Würfe der Gastgeberinnen. So ging es mit einem deutlichen 9:18-Rückstand in die Pause.
Haunstettens Trainerin Patricia Link schien in ihrer Halbzeitansprache allerdings die richtigen Worte gewählt zu haben, denn nach dem Wiederanpfiff des souveränen Schiedsrichtergespanns Paolo D’Oria/Julius Hlawatsch starteten die Rot-Weißen ihre Aufholjagd. Mit einer 5:0-Phase konnte Haunstetten bis auf 14:18 verkürzen, während die Kurpfalz Bären erst nach geschlagenen vierzehn Minuten zu ihrem ersten Treffer im zweiten Durchgang kamen. Von der zunehmend hitzigen Atmosphäre ließ sich der designierte Meister nun allerdings nicht weiter aus der Ruhe bringen. Haunstetten kam nur noch bis auf maximal fünf Tore heran, sodass es zum Ende hin nicht mehr wirklich spannend wurde. Das 22:29-Endergebnis wurde von allen Beteiligten als verdient angesehen.
TSV-Trainerin Link ärgerte sich im Nachhinein vor allem über die hohe Pausenführung der Gäste: „Wenn du mit 9:18 in die Halbzeitpause gehst, kannst du gegen den Tabellenersten natürlich nicht erwarten, dass du das Spiel noch gewinnst. Dafür hat Ketsch heute auch im zweiten Durchgang einfach zu routiniert agiert.“
Nach dem Spiel rückte das Ergebnis jedoch recht schnell in den Hintergrund, da mit Sabrina Albrecht und Sabrina Fischer zwei absolute TSV-Legenden in den Handball-Ruhestand verabschiedet wurden. Seit über zwanzig Jahren haben beide sämtliche Höhen und Tiefen mit dem TSV erlebt, von der Verbandsebene bis zum Aufstieg in die zweite Bundesliga 2014. Zusammen mit Eigengewächs Sarah Irmler, die nach zwei Jahren Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen noch für eine letzte Saison bei ihrem Heimatverein angeheuert hatte, hängen sie nun als letzte Aufstiegsheldinnen von 2014 die Handballschuhe an den Nagel. Verabschiedet wurde außerdem Marie Prokop, die es nach drei Jahren in Haunstetten zurück in die österreichische Heimat zieht.
TSV: Albrecht, Spindler (Tor); Merkle (5), Joerss (5/2), Irmler (4), Fischer (3), Knöpfle, Driske (je 2), Lochbrunner (1), Smotzek, Fimpel, Massinger, Hänsel, Prokop, Wonnenberg
Foto: Sport in Augsburg



