wA Spielbericht: Qualifikation Jugendbundesliga
Haunstetten verpasst die Bundesliga
Bitteres Erstrundenaus für die A-Juniorinnen

Bild 1 (Jurij Weber): Leni Goldbach gelangen 16 Treffer in ihrem ersten Auftritt im TSV-Dress
(hv). Erstmals nach fünf Jahren konnte der TSV Haunstetten heuer wieder eine weibliche A-Jugend zur Bundesliga-Qualifikation zusammenstellen, und trotz größtenteils überragender Auftritte mussten die Mädels gleich in der ersten Turnier-Runde das bittere „Aus“ hinnehmen.
Nach der erfolgreichen bayerischen Vorqualifikation und einem hart erkämpften 30:29-Sieg beim TSV EBE Forst United hatten man sich das Heimrecht für die erste Runde gesichert. Dies konnte allerdings wegen laufender Sanierungsarbeiten nicht in der Albert-Loderer-Halle realisiert werden, sondern fand in Regensburg, in der Heimstätte des Zweitligisten ESV statt. Grund dafür war, weil sich zur Quali die beiden größten Regensburger Talente Leni Goldbach und Antonia Habenschaden dem TSV angeschlossen hatten und man so dankbar auf die Hilfsbereitschaft der dortigen Verantwortlichen zurückgreifen konnte. Mit Anastasia Weber, Sina Gossner (beide TSV Schwabmünchen) sowie Fiona Birett (München Laim) konnte das Team zusätzlich entscheidend verstärkt werden, so dass man begründet optimistisch in die zwei Tage an die Donaustadt ging.
Mit dem TV Aldekerk (Nordrhein-Westfalen), der TSG Oberursel (Hessen), der DJK Budenheim (Rheinland-Pfalz) und dem SV Kornwestheim (Baden-Württemberg) wartete ein erlesenes Feld auf die Rot-Weißen, zumal allesamt im Jugendbereich auf großartige Erfolge zurückschauen konnten.
Gleich die erste Partie gegen den Topfavoriten TV Aldekerk erwies sich als echter „Knaller“ und Haunstetten zeigte lange Zeit sein wohl bestes Spiel an diesem Wochenende. Der TV hatte zuvor überraschend einen Zähler liegen gelassen und stand so gehörig unter Druck. Haunstetten stellte eine großartige Defensive, gestattete den Gästen bis zur Pause ganze fünf Treffer (11:5) und war sieben Minuten nach Wiederanpfiff beim 18:9 schier uneinholbar enteilt. Aldekerk setzte jetzt allerdings alles auf eine Karte, zwang die Rot-Weißen mit unkonventioneller Deckung zu unzähligen Ballverlusten und erhöhte den Druck nach vorn um mehrere Umdrehungen. Haunstetten wollte dagegen überhaupt nichts mehr gelingen und eine halbe Minute vor Abpfiff war das Unglaubliche geschehen und beim 21:22 auch das Spiel gedreht. Ein Gewaltwurf von Leni Goldbach praktisch mit der Schlußsirene sicherte dem TSV wenigstens noch einen Zähler, die vergebene Chance zeigte jedoch im Anschluss die wohl turnierentscheidende Wirkung:
Völlig verunsichert und ohne jeglichen „Mumm“ ging es in die Auseinandersetzung gegen Kornwestheim und nach einem 1:7-Fehlstart fand man auch in Folge überhaupt nicht ins Spiel, so dass am Ende des Tages ein ernüchterndes 11:19 das Weiterkommen (Platz 1 bis 3) in weite Ferne gerückt hatte.
Zwei Siege mussten somit am Sonntag her, und im Auftaktmatch konnte man die am Ende letztplatzierte DJK Budenheim deutlich in ihre Schranken weisen (28:11). Die finale Auseinandersetzung mit dem Überraschungsteam Oberursel musste nun die Entscheidung bringen. In einen wahren Krimi mit phasenweise Fünf-Tore-Rückstand gelang den Rot-Weißen noch dreieinhalb Minuten vor dem Ende der Gleichstand (13:13), ehe eine mehr als fragwürdige Zeitstrafe jegliche Hoffnung zunichte machte und das extrem bittere Aus mit 13:15 fest stand. Oberursel war damit als Erster sogar schon für die Bundesliga qualifiziert, während es für Aldekerk und Kornwestheim bereits nächste Woche in die 2.Runde geht.
Haunstettens Cheftrainer Dominik Albrecht, der zusammen mit Daniel Link und Daniel Fischer in nur kurzer Zeit unter erschwerten Bedingungen ein schlagkräftiges Team geformt hatte, war trotz der verpassten Chance voll des Lobes: „Die Mädels haben ihr Maximales gegeben und mit viel Leidenschaft agiert. Auch wenn das jetzt erst einmal verkraftet werden muss, freuen wir uns auf eine Saison in der Regionalliga Bayern, die anspruchsvoll genug sein wird.“
TSV: Antonia Habenschaden, Fiona Birett (Tor); Raphaela Erdle (2), Julia Erdt, Lea Massinger (5), Leni Goldbach (16/4), Melissa Fetsch (2), Silja Ahn, Anastasia Weber, Wilma Stapelfeld (2), Finnia Gilg (11), Riccarda Schmidl (2), Sarah Geiger, Sina Gossner (20), Maresa Lochbrunner (7), Elsa Wonnenberg (7/2)

Bild 2 (Herbert Vornehm): Alle Einschwörungen halfen am Ende leider nichts



