M1 Spielbericht: TSV München Allach – TSV Haunstetten
Haunstetten besiegt den Tabellensechsten
Handballer reiten weiter auf der Erfolgswelle
Mit kuriosen Saisonverläufen kennt sich der TSV Haunstetten unter Trainer Christian Kofler spätestens seit letzter Saison aus. Im Februar 2025 waren die Rot-Weißen noch in der unteren Tabellenhälfte der Oberliga anzufinden, im Mai stiegen sie dann aber sensationell in die viertklassige Regionalliga auf. Dort sieht die Lage derzeit zwar etwas trister aus – als Drittletzter steht der TSV auf einem Abstiegsplatz – doch erneut haben die Haunstetter Handballer schon jetzt einen Turnaround hingelegt, den ihnen kaum jemand zugetraut hätte. Mit mickrigen zwei Punkten aus 13 Spielen hatte sich der TSV aus der Vorrunde verabschiedet, seitdem zeigt er jedoch ein gänzlich anderes Gesicht und belegt aktuell Platz vier in der Rückrundentabelle. Punktgleich auf Rang drei: der TSV München Allach, dem die Haunstetter am Samstag beim 29:25 die nächsten zwei Punkte abknöpften.
„Man muss dabei natürlich im Auge behalten, dass Allach nicht in voller Besetzung gegen uns antreten konnte“, tritt TSV-Coach Christian Kofler auf die Euphoriebremse. Tatsächlich fehlten den Allachern mit Tobias Wittmann und Vitus Baumgartner am Samstag zwei Leistungsträger. Dennoch ging der Tabellensechste mit Rückenwind in das Heimspiel gegen Haunstetten, hatte Allach doch bislang nur ein Rückrundenspiel verloren – gegen den unangefochtenen Spitzenreiter aus Regensburg.
Entsprechend selbstbewusst starteten die Gastgeber in den ersten Durchgang und gingen prompt in Führung. Nach rund zwanzig Minuten lag Allach mit 9:6 in Front. Doch von nun an fand Haunstetten immer besser ins Spiel und drehte die Partie noch vor dem Pausenpfiff auf 12:11. Nach dem Seitenwechsel konnten die Hausherren zwar noch zweimal ausgleichen, in Rückstand geriet der TSV aber nicht mehr. Wie so oft hatte Torhüter Nico Feistle einen erheblichen Anteil daran, ebenso wie Abwehrchef Hendrik Hartung. Fünf Minuten vor Schluss erzielte Haunstetten einen Vier-Tore-Vorsprung, die Partie war damit so gut wie entschieden. Allach konnte nicht mehr verkürzen und die Gäste bejubelten den 29:25-Erfolg – der dritte Sieg in Folge.
Seit der Faschingspause hat der TSV nun nicht mehr verloren, sodass das bevorstehende spielfreie Osterwochenende fast hinderlich wirkt. Trainer Kofler sieht das jedoch anders: „Wir haben weiterhin unsere Stellschrauben, an denen wir drehen müssen, und dafür wollen wir die Pause jetzt nutzen.“
Am darauffolgenden Samstag (20 Uhr) trägt der TSV Haunstetten dann sein vorerst letztes Heimspiel in der altehrwürdigen Albert-Loderer-Halle aus, die danach bis zum Saisonende aufgrund von Sanierungsarbeiten gesperrt wird. Umso mehr wünschen sich die Rot-Weißen also nochmal einen Heimsieg. Nach dem vergangenen Wochenende beträgt der Haunstetter Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze nur noch zwei Zähler, mit einem Sieg könnten die Rot-Weißen der Konkurrenz noch weiter auf die Pelle rücken. Gegen die Zweitligareserve des HSC Coburg wird das jedoch keine leichte Aufgabe. Zuletzt besiegten die Coburger den TSV Lohr zuhause mit 31:28. Trainer Kofler will über die Tabellensituation ohnehin nichts verlauten lassen: „Ehrlich gesagt mache ich mir darüber im Moment überhaupt keine Gedanken. Wir versuchen einfach, von Spiel zu Spiel besser zu werden.“ Das hat schließlich schon in der vergangenen Saison gut funktioniert.
TSV: Rothfischer, Feistle (Tor); Pfänder (7/3), Manz, Schanz (je 4), Kofler, Zießow, Hartung (je 3), Tuffentsammer, Vogl (je 2), Paulik (1), Mayer, Wiedmer, Frick L., Frick M.
Foto: Johannes Frick




