M1 Spielbericht: HaSpo Bayreuth – TSV Haunstetten
Das vorerst letzte Regionalligaspiel
Haunstetter Handballer verabschieden sich mit 17:37-Niederlage in Bayreuth
So nah und doch so fern: Nur vier Punkte trennen den TSV Haunstetten am Ende vom rettenden Ufer in der Regionalliga, der Klassenerhalt schien vor wenigen Wochen noch zum Greifen nah. Dass die Handballer ein Jahr nach dem sensationellen Aufstieg direkt wieder zurück in die Oberliga müssen, war allerdings bereits vor dem letzten Spieltag entschieden.
Wenn man allein die Rückrunde betrachtet, landet der TSV mit einem großartigen Punkteverhältnis von 13:13 in der oberen Tabellenhälfte auf Platz sieben. Doch die Hypothek aus der Hinrunde war letztendlich zu hoch. Nur zwei Punkte aus den ersten 13 Spielen sind nicht genug für die Regionalliga, das wird am Saisonende deutlich. Trainer Christian Kofler kennt die Gründe: „Die Saison, in der wir aufgestiegen sind, war ohnehin eigentlich als Umbruchsjahr geplant, und nach Saisonende haben uns dann noch einmal fünf etablierte Spieler verlassen.“ Einer von Ihnen war beispielsweise Dominik Albrecht, Torschützenkönig der Oberliga 2024/25. „Dazu kam dann eine schwierige Vorbereitung mit einigen Ausfällen. Und schließlich sind wir natürlich auch eine sehr junge Mannschaft, die noch einiges lernen muss.“ So schien der Abstieg bereits im Januar fast unvermeidbar.
Doch allen Kritikern zum Trotz startete Haunstetten kurz darauf eine bemerkenswerte Aufholjagd. Die Rückkehrer Jan Zießow (Verletzung) und Max Manz (Auslandssemester), sowie Neuzugang Daniel Schanz gaben dem Team eine neue Stabilität in der Defensive und spürbar Rückenwind im Abstiegskampf. Zwischen Fasching und Ostern blieben die Rot-Weißen über fünf Spiele ungeschlagen. Bei den entscheidenden Heimspielen gegen die Konkurrenten Coburg (35:45) und Lohr (24:30) musste Trainer Kofler jedoch wieder kurzfristige Umstellungen vornehmen, sodass sich der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze wieder vergrößerte. Auch wenn Haunstetten das letzte Heimspiel gegen Rothenburg mit 32:23 für sich entschied, war der Abstieg noch am selben Abend besiegelt.
Zweitrangig war daher das Ergebnis beim letzten Auftritt in dieser Saison, beim Tabellenzweiten HaSpo Bayreuth gab es für den TSV erwartungsgemäß nichts zu holen. Zu Defensivproblemen in der Anfangsphase gesellte sich bei den Gästen im Laufe des Spiels auch noch eine schwache Chancenverwertung, sodass Haunstetten zur Pause bereits mit 11:20 zurücklag. Die Bayreuther, die sich mit dem Heimsieg die verdiente Vizemeisterschaft sicherten, zeigten einmal mehr, warum Sie in diesen Tabellenregionen zuhause sind, und bezwangen die Gäste am Ende mit 37:17.
Beim TSV Haunstetten geht der Blick bald nach vorne, in der kommenden Saison wartet die wohl schwierigste Oberliga-Staffel aller Zeiten auf die Rot-Weißen. Trainer Kofler sieht sein Team jedoch gut gewappnet: „Der Kader bleibt im Kern bestehen, zudem können wir uns sowohl auf externe Neuzugänge als auch auf Verstärkungen aus der eigenen Jugend freuen.“ Der TSV Haunstetten verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus der Regionalliga, ein Abschied für immer soll es aber nicht gewesen sein.
TSV: Rothfischer, Feistle (Tor); Paulik (4/2), Pfänder (3), Vogl (3/1), Schanz, Hartung (je 2), Kofler, Tuffentsammer, Zießow (je 1), Manz, Mayer, Wiedmer
Foto: Johannes Frick




