Haunstetter Damenreserve steigt in die Regionalliga auf

Männer stehen nach Heimniederlage vor dem Abstieg

Es war ein seltsamer Samstag für den TSV Haunstetten. Das lag allein schon an der Tatsache, dass der Heimspieltag der Rot-Weißen aufgrund einer Hallensanierung nicht, wie gewohnt, in Haunstetten, sondern in Königsbrunn stattfand. Doch auch der Verlauf des Abends sorgte wieder einmal für die komplette Bandbreite an Emotionen.

Vor einem Jahr befand sich der TSV Haunstetten noch im absoluten Freudentaumel, als das Handballteam der Männer die Relegation für sich entschied und in die Regionalliga aufstieg. Nach der 24:30-Niederlage gegen Lohr ist der sofortige Wiederabstieg nun jedoch kaum mehr zu verhindern. Dafür wird der TSV in der kommenden Saison zumindest eine weibliche Regionalligamannschaft stellen, denn die Reserve der Drittligafrauen konnte noch am selben Abend den Aufstieg in Bayerns höchste Handballliga perfekt machen. Sie setzten sich in der Relegation gegen die HG Zirndorf durch und gewannen das Rückspiel eindrucksvoll mit 36:17. Über das Ergebnis konnte sich am Ende jedoch kaum jemand wirklich freuen.

Dabei herrschte zu Beginn noch gute Stimmung bei den rund 500 Zuschauern in der Willi-Oppenländer-Halle. Gegen den TSV Lohr benötigten die Männer unter Trainer Christian Kofler unbedingt einen Sieg, um sich eine realistische Chance auf den Klassenerhalt in der Regionalliga zu wahren. Den Gästen wiederum reichte ein Punkt gegen Haunstetten, um sich von allen Abstiegssorgen endgültig zu befreien und sich den Verbleib in der Liga zu sichern. Als Torhüter Nico Feistle, wie so oft einer der besten Akteure beim TSV, zum 1:0 ins leere Tor der Lohrer traf, stieg der Lärmpegel im Haunstetter Fanblock das erste Mal nach oben. Doch auch die Gäste zeigten in der Folge ihre individuelle Qualität und lagen zwischenzeitlich sogar mit 10:5 in Führung (18.). Nach einem starken Endspurt der Hausherren ging es mit einem leistungsgerechten 14:14-Unentschieden in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel gelang es dem TSV jedoch nicht, das Momentum aus der Schlussphase des ersten Durchgangs mit in die zweite Halbzeit zu transportieren. Stattdessen leisteten sich die Gastgeber zunehmend leichte Fehler, die von den Lohrer „Füchsen“ gnadenlos ausgenutzt wurden. Mit 24:30 musste sich Haunstetten schließlich geschlagen geben.

Zwei Punkte trennen die Rot-Weißen derzeit zwar nur vom HBC Nürnberg auf Platz 11. Aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs sind aus den letzten beiden Spielen gegen den Tabellensechsten TSV Rothenburg und den Zweiten HaSpo Bayreuth aber drei Punkte vonnöten – unter der Voraussetzung, dass Konkurrent Nürnberg seine Partien verliert. Eine Mammutaufgabe. Trainer Christian Kofler bleibt jedoch positiv: „Wichtig ist für uns, dass wir unsere Abwehr im Vergleich zu den letzten Spielen wieder stabilisiert haben. Das ist ein gutes Zeichen für unsere Entwicklung, auch in Hinblick auf die nächste Saison – unabhängig von der Liga.“

TSV: Rothfischer (Tor), Feistle (Tor, 1); Horner (6), Schanz, Paulik, Vogl, Pfänder (je 3), Kofler (2), Manz, Tuffentsammer (je 1), Zießow (1/1), Mayer, Wiedmer, Hartung

Umso erfolgreicher verlief dafür das Highlight des Spieltags: die Aufstiegsrelegation der zweiten Damenmannschaft. Nachdem das Team von Trainerduo Fabian Link/Sebastian Smotzek beim Hinspiel in Zirndorf noch mit 20:27 unterlag, zeigten die Rot-Weißen am Samstag ihren wohl mit Abstand besten Saisonauftritt. Der 7-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel war bereits nach 23 Minuten egalisiert, zur Halbzeit lagen die Gastgeberinnen mit 19:9 in Front.

Nach dem Wiederanpfiff des gewohnt souveränen Schiedsrichtergespanns Stefan Schaub/Philipp Seidel spielten sich die Haunstetterinnen in einen regelrechten Rausch, die Zuschauer riss es vor Begeisterung aus ihren Sitzen. Schon Mitte der zweiten Halbzeit war die Partie entschieden.

Rund eine Minute vor Spielende wurden die Feierlichkeiten jedoch abrupt durch einen medizinischen Notfall auf der Tribüne unterbrochen, weshalb der eigentlich so erfolgreiche Abend ein ebenso plötzliches wie unschönes Ende fand. Dank des schnellen Einschreitens und der Hilfsbereitschaft der umstehenden Zuschauerinnen und Zuschauer konnte die betroffene Person letztlich jedoch in einen stabilen Zustand gebracht werden.

TSV: Friedrich, Hertle, Rohrmoser (Tor); Merkle (7/2), Lechner (7/4), Jatta (6), Groll (5), Massinger, Fimpel (je 4), Krisch (2), Reinelt (1), Abmayr, Erdle, Girstenbrei, Wedrich, Waller

Foto: Sport in Augsburg